Abschlussreisen in die südliche Toskana
Südliche Toskana
Das reiche künstlerische Erbe aus tausendjähriger Geschichte verleiht der
Landschaft der Maremma* ihr eigenartiges Aussehen: Überreste etruskischer
Städte, Zeugnisse aus römischer Zeit, mittelalterliche Städte, in denen die
Zeit stillgestanden zu haben scheint, all das fließt in die Gegenwart ein und
schafft eine in ihrer Art einzigartige und lebendige Wirklichkeit. Mitten in der
Maremma dehnt sich die Provinz von Grosseto aus. Sie ist besonders reizvoll und
landschaftlich sehr abwechslungsreich.
*Maremma:
Dies war eine ausgedehnte, von Entwässerungskanälen durchzogene, von
Hügeln, Bergen und Vorgebirgen unterbrochene Ebene. Die Etrusker waren die
ersten, die mit ausgeklügelten Anlagen die Sümpfe der Maremma entwässerten.
Später wurde es von den Römern weitergeführt. Als das Imperium jedoch
zusammenbrach, verfielen auch die Entwässerungsanlagen. Das Land versumpfte und
die Malaria breitete sich aus. Im Mittelalter versuchten Mönche das
Entwässerungssystem wiederherzustellen. Endgültig wurden die Maremma erst in
den Jahren von 1930 bis 1960 trockengelegt und die Malaria endgültig
ausgerottet.
Grosseto
Die Stadt liegt 12 km vom Meer entfernt und ist die Hauptstadt der
gleichnamigen Provinz. Die Momente grössten Glanzes hat die Stadt unter der
Herrschaft der Aldobrandeschi und der Medici erlebt, doch den wichtigsten
Eindruck hat Leopoldo II hinterlassen, er hat in Grosseto die ersten
Trockenlegungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt und die Industrialisierung
begonnen.
Aus diesem Grund hat die Bevölkerung dem Herzog ein Denkmal auf dem "Piazza
Dante" errichtet. Grosseto ist eine lebende und lebendige Stadt. Sie
besteht aus einem antiken Kern, der von mächtigen Mauern umgeben ist. Um die
Mauern hat sich im Laufe der Zeit die moderne Stadt entwickelt, mit den
neugeborenen Stadtteilen Barbanella, Gorarella, Verde Maremma usw.
Das "Centro storico", das historische Stadtzentrum, wird von einem
unregelmäßigen Mauersechseck mit sechs Bastionen umgeben und weckt
Erinnerungen an Lucca, was der Stadt den Beinamen "piccola Lucca"
eingebracht hat. Auf dem Hauptplatz der Altstadt befindet sich der Dom
mit dem malerischen Kreuzgang. Sehr interessant ist das Museum
für Sakralkunst und das Archäologische Museum,
in dem Zeugnisse der prähistorischen und historischen Zivilisation der Maremma
untergebracht sind.
Roselle (Rusellae)
Am Rande des Hügellandes liegen unweit nordöstlich von Grosseto bei dem Ort
Roselle die spärlichen Überreste der etruskischen Stadt Rusellae, die einst
zum Zwölfstädtebund gehörte. Als sie dem römischen Imperium einverleibt war,
sank ihre Bedeutung, und in der Völkerwanderungszeit wurde sie weitgehend
zerstört. Erhalten blieben Reste des Mauerrechtecks sowie ein römisches
Amphitheater, römische Gebäude und etruskische Häuser. Außerhalb der Mauern
wurden Kammer- und Felsengräber entdeckt.
Massa Marittima
Dieser mittelalterliche Ort erhebt sich auf einem, mit Oliven und Steineichen
bewachsenen Hügel und dominiert in einstiger Schönheit das fruchtbare Tal des
Flusses "Pecora".
Die Ursprünge des Ortes reichen weit in die Vorzeit zurück, seine Glanzzeit
erlebte es jedoch während des Mittelalters, wie die zahlreichen Bau- und
Kunstdenkmäler vielsagend bezeugen. Man unterscheidet Massa Marittima in: die
Altstadt (citta vecchia), die sich auf einer
niedrigeren Ebene ausdehnt und in der Baudenkmäler romanischen Stils
vorherrschen und das neuere Stadtviertel (citta nuova),
das sich auf einer höheren Ebene erstreckt und von Bauten ogivalen Stils
beherrscht wird.
Auf die sternförmige Piazza Garibaldi blicken: der, aus dem XIII. - XV.
Jahrh. stammende Dom, der Prätoriums-Palast aus dem XIII. Jahrh., der
Gemeinde-Palast aus dem XIV. Jahrh. sowie Bisernios's Wohnhaus mit Turm. Diese
Bauten, hauptsächlich aus Travertin-Stein, nahmen im Laufe der Jahrhunderte
die, für diese Gesteinsart so charakteristische aschgoldene Farbe an. Weitere
erwähnenswerte Baudenkmäler sind: der Uhrturm, dessen Bau in das Jahr 1440
zurückreicht, die Ruinen der Seneser Befestigungsanlagen, der Palazzetto delle
Armi; die Kirchen S.Franziskus und S. Augustinus, sowie das Kloster S.Bernhard.
Zweimal jährlich findet in Massa Marittima die historische Veranstaltung des
"Balestro del Girifalco" statt. Hierbei handelt es sich um einen
friedlichen Wettstreit zwischen Armbrustschützen aus den drei historischen
Stadtvierteln (Contraden) - Jeweils am ersten Sonntag nach dem 20. Mai und am
zweiten Sonntag des Monats August- desweiteren findet im Sommer hier eine
Handwerksmesse, die die ortstypische Produktion vorstellt, statt.
Capalbio
Die städtebauliche Struktur Capalbios ist fast intakt geblieben. Das Dorf
ist von einer Stadtmauer mit Rundgang, dem sogenannten "Camminamento
di Ronda", umgeben. In das historische Zentrum gelangt man durch
zwei Tore, eines davon ist das Sienesische Tor mit
Originalanten und Originalschloß aus dem 15.Jh. Das andere Tor wird "Porticina",
kleines Tor, genannt. Von großer Bedeutung ist die Kirche
S. Nicola, an deren Seite sich ein Glockenturm aus dem 12. Jh. erhebt.
Die Fassade der S. Nicolakirche ist von elementarer Struktur, ihr Grundriss ist
rechteckig mit einem Hauptschiff und acht Nebenkapellen. Die Wände über dem
Weihwasserbecken zeigen ein interessantes, wenn auch verblichenes und
unvollständiges Fresko des S. Sebastiano. Die rechten Kapellen bergen kostbare
Fresken der umbrischen Schule aus dem 15.Jh., die linken Fresken der
sienesischen Schule aus dem 14.Jh. Im Norden des Dorfes dominiert der Palazzo
Collacchioni, die antike Festung der Aldobrandeschi. Man erreicht sie
über den Mauerrundgang. Hier erhebt sich der Verteidigungsturm aus dem 2. Jh.
Vor der Stadtmauer am Piazza Provvidenza steht die
Kirche "Oratorio della Prowidenza", in
deren Innern wir ein wunderschönes Fresko bewundern können
Giardino dei Tarocchi
Bei Pescia Fiorentina, in der Lokalität Garavicchio, nahe der Grenze zur
Region Latium, kann man auf einem Hügel nördlich der Aureliastraße den "Giardino
dei Tarocchi" (Tarotgarten) bewundern.
Hier hat Niki de Saint Phalle, Künstlerin von internationalem Ruf, deren
Kreationen sich weltweit in zahlreichen Hauptstädten befinden, ihren Park mit
mächtigen Skulpturen, die die mysteriösen Symbole der Tarockkarten darstellen,
geschaffen.
  Die mit Spiegeln und farbiger Keramik bedeckten Werke bilden einen
einzigartigen, phantastischen Kontrast zu den jahrundertalten Bäumen, die sie
Umgeben.
Der Tarotgarten ist vom 15. Mai bis zum 15. Oktober, außer Sonntags, jeden
Nachmittag von 14.30 bis 19.30 (während der restlichen Monate nach
Terminabsprache) geöffnet.
Naturparks der Maremma
Dieser Park weist in sich völlig unterschiedliche Ecosysteme auf, deren
bedeutendste sind: La Trappola, die Ombrone-Mündung, der Pinienwald von
Alberese und die Uccellina-Hügel. Diese 4 so unterschiedlichen Gelände
ergänzen und vervollständigen sich jedoch untereinander und bilden in ihrer
Gesamtheit ein äußerst vielfältiges Ecosystem, dessen Aufrechterhaltung sich
der Mensch mit großer Hingabe und Kompetenz widmet. Das Gelände der Trappola
besteht hauptsächlich aus kleinen, von bewachsenen Dünen unterbrochenen
Tümpeln. Hier, wie auch an anderen Stellen des Parks können wir die
charakteristischen Maremma-Rinder auf freier Bahn beobachten. Im Pinienwald von
Alberese finden wir Strandkiefern, sowie den Pino domesticus vor. Bis zum 18.
Jh. waren hier Salinen in Betrieb. Die ständigen Bewegungen des Meeres und des
Flusses Ombrone, sowie das völlige Fehlen jedweden dauerhaften pflanzlichen
Bewuchses an der Mündung des Flusses verursachen hier laufende Veränderungen
des Geländes. Die Hügel des Uccellina, die den Mittelpunkt, sowie den
ausgedehntesten Teil des Parks bilden, erreichen eine Höhe von ca. 400 m ü.M.
Auf Streifzügen durch den Park können wir eine große Vielfalt aus der
Pflanzen- und Tierwelt bewundern. Die zahlreichen Wachttürme (aus der Zeit, der
vom Meer ins Land einbrechenden Sarazener) bezeugen die Bedeutung, die der
Mensch diesem Gelände, in dem sich die Grenzen zwischen Geschichte und Legende
verwischen, in den vergangenen Jahrhunderten beigemessen hat. Ausflüge im Park
werden von der Parkverwaltung organisiert und durchgeführt.
Scansano
Ein reiches Städtchen inmitten der maremmanischen Landschaft ist Scansano
seit alten Zeiten aufgrund des gesundes Klimas und seiner hervorragenden Lage
als Ferienort bekannt. Das ging sogar so weit, dass im Sommer sämtliche
Regierungsämter der Provinzhauptstadt ihren Sitz hierher verlegten.
Dem Besucher bieten sich unbeschreiblich schöne Ausblicke, die weit übers
Land vom Meer bis Hin zum Monte Amiata reichen. Einen besonderen Platz nimmt in
der örtlichen Pfarrkirche unter anderen bemerkenswerten Werken eine Terrakotta
des Andrea della Robbia ein. Im September, das genaue Datum wird von Mal zu Mal
erneut festgelegt, findet hier ein Winzerfest statt, die interessanteste
folkloristische Veranstaltung dieses Ortes. Ziel dieses Festes ist es, den Wert
und die Gute des lokalen Weines (Morellino di Scansano) hervorzuheben.
Saturnia
Saturnia mit Zeugnissen aus etruskischen und römischen Zeiten. Heute ist
hier der Wind und die Stille uneingeschränkter Herrscher und doch kam Saturnia
im Laufe seiner fast 2000- jährigen Geschichte eine große Bedeutung zu, die
heute fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Ein Besuch dieses Ortes
führt uns zur mittelalterlichen Stadtmauer und zum
römischen Stadttor (Porta Romana). Desweiteren
lohnt sich ein Besuch in der Pfarrkirche, die
Gemälde aus dem XV. Jahrh. beherbergt.
Saturnia ist heute jedoch hauptsächlich aufgrund seiner heißen
Schwefelquellen berühmt, die ca. 5 km vom eigentlichen Ort entfernt
mit einer Temperatur von 37° aus der Erde sprudeln und hier einen malerischen,
schaumgekrönten Wasserfall bilden. Ein Bad in diesen warmen Thermalquellen
empfiehlt sich ganz besonders bei den verschiedenartigsten schmerzhaften Leiden,
sowie bei Hauterkrankungen.
Follonica
Ist ein moderner Küstenort. Dank seiner bemerkenswerten touristischen
Einrichtungen kann dieser Ort als einer der wichtigsten Badeorte an der
maremmanischen Küste bezeichnet werden. Follonica ist im Sommer Ziel
zahlreicher Touristen aus dem In- und Ausland, die die Stadt und die breiten
Sandstrände bevölkern. Sich sanft an den gleichnamigen Golf schmiegend, bietet
Follonica dem Besucher berauschende Rundblicke von Punta Ala bis Piombino und
den toskanischen Archipel mit der Insel Elba im Vordergrund. Der Karneval von
Follonica nimmt einen wichtigen Platz unter den folkloristischen Veranstaltungen
ein.
Punta Ala
Ein moderner und exklusiver Badeort mit einem äußerst zweckmäßigen, aufs
Beste ausgestatteten Touristikhafen, der sich auf einer kleinen, ins Meer
reichenden Landzunge befindet. Ein grosser Golfplatz, die elegante, der Natur
angepaßte Bauweise der Villen und Hotels, sowie die Fülle und Ausstattung der
Sport- und sonstigen Touristikanlagen machten aus diesem Badeort den wohl
mondänsten und weit über die Grenzen der Maremma hinaus bekanntesten
Scarlino
Das Gemeinde-Gebiet erstreckt sich längs der Küste vom Fluß Alma bis zu
den ersten Häusern von Follonica. Neun Kilometer ist der Küstenstreifen lang -
reich an Stränden und an Klippen. Der Hügel, der das Gebiet einrahmt, ist
dicht bewachsen vom typischen Mittelmeerniederwald - eine eindrucksvolle
Kulisse. Ein Stück weiter landeinwärts beginnen die Felder. Ein herrliches
Stück Natur mit Olivenbäumen, Weinstöcken und Obsthainen - und verstreut in
der Landschaft viele alte Hütten und Gehöfte. Sie sind kleine Farbtupfer in
den weiten Feldern und Hainen. Die Natur ist noch intakt - genauso intakt wie
die berühmten Buchten, die sich direkt hinter Portiglioni befinden und bis zum
Hafen Punta Ala gehen. Erreichbar nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Belohnt
werden Sie mit einer herrlichen Sicht auf das azurblaue Wasser. In einiger
Entfernung haben Sie die Inseln Elba und Sparviero - bei guter Fernsicht können
Sie auch Korsika sehen. Diese glasklare immense Wasserfläche ist von Frühling
bis Herbst mit vielen bunten Tupfern durchsetzt: Kähne und Gummiboote machen
hier vor den Buchten zum Baden oder zum Fischfang halt.
Scarlino steht auch für Archaologie und Geschichte: zwischen dem Puntone und
Scarlino, im Molina-Tal, hat man Gegenstände aus etruskischer Zeit gefunden und
direkt am Puntone die Reste einer römischen Villa - Anzeichen für eine
Siedlungstätigkeit schon in der Antike. Ein weiterer antiker Zeuge für die
Besiedlung dieser Gegend braucht nicht ausgegraben und in Museen besichtigt zu
werden - das Schloß von Scarlino beherrscht und
überragt den Ort und schafft eine magische, mittelalterliche Atmosphäre. Ein
erhabener und großartiger Platz, der eine optimale Kulisse für große Musik-
oder Theatervorstellungen aller Art abgibt. An den Abenden im Sommer wird er zum
verzauberten Schloß - mit seiner Position über dem Ort beherrscht es den
gesamten Golf: eine Stätte aus anderen Zeiten, ein Hauch von Antike.
|