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Sehenswertes in der Universitätsstadt Krakau

Heute ist Krakau eine der schönsten Städte Polens und wichtigstes geistiges und intellektuelles Zentrum des Landes. Fast sechs Jahrhunderte lang (1036-1569) war sie polnische Hauptstadt. In dieser Zeit entstanden in Krakau mehr als hundert Kirchen und Klöster, das Schloss und viele Adelspaläste und eine traditionsreiche Universität. Von Kriegsschäden weitgehendst verschont geblieben, wurde die Altstadt aufgenommen in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Im Jahre 2000 wurde Krakau zur "Kulturstadt Europas" ernannt. Auf seinem Marktplatz, dem größten Europas, trifft sich die Jugend. Heute ist Krakau zudem lebendige Universitätsstadt.

Marktplatz

Er gilt als der größte mittelalterliche Marktplatz in Europa (400qm). Einst war er Mittelpunkt des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und religiösen Lebens. Im Zentrum befindet sich das älteste Handelshaus, die Tuchhallen, in denen einst mit Tuch und Krämerartikeln gehandelt wurde. Heute residiert in der oberen Etage die Nationalgalerie, im unteren Geschoss befinden sich zahlreiche Kramläden mit Souvenirs und künstlerischen Erzeugnissen. Im Sommer wird der Platz von zahlreichen Straßencafés gesäumt und nirgendwo in Polen werden mehr Blumen verkauft als hier. Fast rund um die Uhr herrscht ein buntes Treiben.

Marienkirche

Quelle: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Die Hauptpfarrkirche Krakaus beherbergt den sehenswerten spätgotischen Flügelaltar des Nürnberger Künstlers Veit Stoß. Ungewöhnlich sind ihre beiden unterschiedlich hohen Kirchtürme. Vom höheren der beiden, der einst Wachturm war, wird jede volle Stunde ein Trompetensignal in alle Himmelsrichtungen geblasen.

Jagiellonen-Universität

Sie wurde im Jahre 1364 von König Kazimierz dem Großen gegründet und war nach der Prager Universität die zweite in Ostmitteleuropa. Ihre Blütezeit erlebte sie im 15. Jh. in den mathematischen und astronomischen Wissenschaften. Sogar Nicolaus Copernicus wirkte hier. Heute ist Krakau eine lebendige Universitätsstadt mit insgesamt 120.000 Studenten. Das älteste Universitätsgebäude, das Collegium Maius (15. Jh.), ist eine vierflügelige Anlage, die sowohl als Wohnanlage für Professoren, als auch für Vorlesungen bestimmt war. Heute ist hier das Museum der Uni untergebracht. Lohnenswert ist auch ein Blick in den gotischen Arkadenhof, der noch heute ein wenig von der damalige Atmosphäre freigibt.

Kirche der heiligen Anna

Die dreischiffige Basilika wurde in der Form eines lateinischen Kreuzes angelegt. Der Innenraum gehört zu den herausragenden Leistungen des polnischen Barock und ist ein Beispiel für die Verknüpfungen der römischen mit der polnischen Kunst. Sie diente einst als Ort für feierliche Zusammenkünfte der Professoren und zur Verleihung des Doktortitels.

Wawel

Klassenfahrten und Schülerreisen nach Krakau

Quelle: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Auf der Wawel-Anhöhe war seit dem frühen Mittelalter der Sitz der kirchlichen und weltlichen Ämter. Hier residierten die Könige und hier war auch die Stätte ihrer letzten Ruhe. Das Königsschloss war Residenz der Piasten, Jagiellonen und der Wasas, ein Zentrum des kulturellen, politischen und künstlerischen Lebens. Heute beherbergt es Kunstsammlungen. Im Museum der Kathedrale wird zudem an Karol Wojtyla erinnert, der vor seiner Ernennung zum Papst Johannes Paul II. hier als Bischof und Kardinal wirkte. Einen schönen Ausblick auf Krakau bietet sich vom Sigismund-Turm.

Kazimierz

Nicht weit vom Wawelberg entfernt befindet sich das alte jüdische Viertel Kazimierz. Bis 1939 lebten hier die armen und orthodoxen Juden. Im Zweiten Weltkrieg wurden fast alle jüdischen Bewohner von den deutschen Besatzern ermordet. Mit Steven Spielbergs berühmtem Film 'Schindlers Liste', der hier am Originalschauplatz gedreht wurde, ist das Interesse am Viertel wieder erwacht. Heute ist es der Szenetreff der jungen Krakauer mit vielen Clubs, Märkten und originellen Kneipen und auch wer Klezmer mag, ist hier richtig. In der ältesten Synagoge Polens ist das Jüdische Museum untergebracht.

Neues Museum in Krakau – Galicia Jewish Museum

Das Museum befindet sich in einer ehemaligen jüdischen Möbelfabrik in Kazimierz, dem früheren jüdischen Stadtteil Krakaus. Am 17. April 2004 hat das Museum seine Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet.
In dieser einzig zu Ausstellungszwecken umgestalteten und 920 Quadratmeter großen Fabrikhalle befindet sich ein großer Ausstellungsraum und ein Café. Der Buchshop des Museums bietet eine Auswahl polnischer, englischer und deutscher Bücher zu jüdischer Geschichte, jüdischem Leben, dem Holocaust sowie Judaistik. Zum Museum gehören ebenfalls ein kleiner Museumsshop und ein Seminarraum.
Das Galicia Jewish Museum wurde von Chris Schwarz gegründet, der über zwölf Jahre lang die baulichen Überreste jüdischer Kultur und Zivilisation im polnischen Galizien in Form von Fotos dokumentiert hat. Diese Fotos haben nun in Polen, dem Land dem sie sich widmen, ein Zuhause gefunden.
Die Hauptausstellung "Spuren der Erinnerung - Eine Fotoausstellung in Gedenken der Juden Galiziens" besteht aus 150 großformatigen Farbfotografien, die darstellen, was von der einst reichhaltigen jüdischen Kultur des polnischen Galizien erhalten geblieben ist.
Die jüdische Kultur hat sich in Polen über einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren entwickelt bevor sie während des Holocaust auf brutalste Weise zerstört wurde. Heute wird die jüdische Vergangenheit Polens durch die Bilder und Grausamkeiten von Auschwitz überschattet. Aber um diese jüdische Vergangenheit in ihrer Ganzheit zu begreifen, müssen diesen Bildern weitere hinzugefügt werden: Spuren der Erinnerung, die in den Städten und Dörfern, in denen einst das jüdische Leben blühte, wiederzufinden sind.
Die Ausstellung besteht aus fünf Teilen, entsprechend verschiedener möglicher Herangehensweisen an die Thematik: Traurigkeit in der Konfrontation mit den Ruinen; Interesse an der ursprünglichen Kultur; Entsetzen über die Vernichtungsmaschinerie und schließlich Anerkennung für das Bemühen, die Spuren der Erinnerung zu erhalten. So sind am Schluss der Ausstellung einige Menschen zu sehen, die am Gedenken und der Wiederbelebung der jüdischen Vergangenheit Polens beteiligt sind.

Führungen:
Das Museum bietet Führungen durch die Ausstellung und somit die Möglichkeit, mehr über die Hintergründe und die Entstehung der Ausstellung zu erfahren.


Klicken Sie hier zum Download des Katalog 2012

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