Ausflugsziele für eine Studienfahrt Prag

KZ-Gedenkstätten

Theresienstadt (Terezin)

Die ehemalige Militärstadt wurde von Kaiser Joseph II. ursprünglich als Bestandteil des Komplexes von Militärbefestigungen zur Verteidigung des Königsreiches am Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt von den Nazis in ein jüdisches Ghetto und Konzentrationslager umgewandelt. Es wurde als Durchgangslager benützt, bevor die Verurteilten in die Vernichtungslager nach Polen transportiert wurden. Etwas außerhalb der Stadt befindet sich eine kleine Festung, die als Gestapo-Gefängnis genutzt wurde. Heute ist es als Ghettomuseum zu besichtigen.
Terezin ist ca. 60 km von Prag entfernt.

Lidice

Nur 18 km westlich von Prag liegt der Ort Lidice. Er ist Gedenkstätte und Mahnmal zugleich. Während des Zweiten Weltkriegs ist hier ein unfassbar grausames Ereignis geschehen. Nach dem gelungenen Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich wurde Lidice 1942 von den Nationalsozialisten als Teil der Racheaktionen komplett ausgelöscht. Aufgrund einer Behauptung, der Attentäter sei im Ort versteckt – was sich später als falsch herausstellte – wurden alle Männer des Ortes über 15 Jahren tags darauf öffentlich erschossen, alle Frauen und Kinder, getrennt voneinander, in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Danach wurde der Ort in Brand gesteckt, gesprengt und eingeebnet, um die Gemeinde vollständig von der Landkarte zu tilgen. Nach dem Krieg wurde Lidice 300 m vom alten Ort entfernt neu aufgebaut. An der Stelle des früheren Lidice befinden sich heute eine Gedenkstätte und ein Museum. Die Bildhauerin Marie Uchytilová schuf eine aus 82 Personen bestehende Bronzegruppe. Zur Erinnerung an die Kinder des Ortes, die ihr Leben verloren und gleichzeitig als Mahnmal für alle Kinder, die Opfer von Kriegen und Gewalt sind. Der bestehende Rosengarten wurde mit 23.000 Rosenstöcken neu bepflanzt.

Pilsen

Die Stadt ist bekannt durch ihr hervorragendes Bier, hier wird das berühmte Pilsner Urquell in der Brauerei Prazdroj gebraut. Werksführungen sind in der Brauerei möglich. Pilsen ist Tschechiens viert größte Stadt und ca. 90 km von Prag und 75 km von der deutschen Grenze entfernt. Der Marktplatz ist einer der Größten in Europa. Die berühmte Pilsner Madonna ist in der St. Bartholomäus Kirche zu sehen, außerdem ist der Kirchturm mit 102 m der höchste Aussichtspunkt Böhmens. Die Aussichtsplattform ist für Besucher täglich geöffnet.

Skoda Werke

Bei dem Automobilhersteller Skoda werden Werksführungen für Gruppen veranstaltet. Das Werk befindet sich ca. 60 km von Prag entfernt. Die Führung ist nur mit dem eigenen Reisebus (Busse können auch in Prag angemietet werden) möglich. Nebenan befindet sich das Automuseum. Führungen werden von Montag – Freitag 9:00 – 17:00 Uhr angeboten.

Burgen und Schlösser in der Umgebung

Karlstein

Die bedeutendste mittelalterliche Burg wurde 1348-1355 unter Karl IV. zur Aufbewahrung der Krönungskleinodien und staatlichen Dokumente erbaut. Im 16. Jahrhundert im Renaissancestil umgebaut und am Ende des 19. Jahrhunderts pseudogotisch umgestaltet. In der H.-Kreuz-Kapelle befindet sich eine einzigartige Sammlung von 132 gotischen Tafelbildern von Meister Theodoricus aus dem Jahre 1360.
Die Burg befindet sich 40 km südwestlich von Prag.

Kutna Hora

Dank dem gut prosperierenden Silberbergwerk wurde Kutna Hora im Mittelalter die zweitwichtigste Stadt des Böhmischen Königsreiches nach Prag.
Hier befinden sich viele einzigartige gotische Denkmäler, vor allem die St.-Barbara-Kirche (1388-1565), einer der schönsten Bauten der böhmischen Gotik, weiters der Welsche Hof (Vlassky dvur) mit der Königlichen Münzprägestätte, wo die Prager Groschen geprägt wurden, das Steinerne Haus (Kamenny dum), die St.-Jakob-Kirche und andere. Im umweit liegenden Sedlec ist es möglich, das Beinhaus (Kostnice) zu besuchen. Kutna Hora gehört zu den Denkmälern des Weltkulturerbes unter dem Schutz der UNESCO.
Die Stadt befindet sich 70 km von Prag.

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